Sicherer Solarstrom vom eigenen Dach: Photovoltaikanlagen

Dezember 2011 | Als Investition werden sie immer beliebter: Photovoltaikanlagen. Nicht nur aufgrund des allgemeinen Trends zu erneuerbaren Energien oder wegen steigender Energiepreise investieren viele Hausbesitzer in eine eigene Solaranlage. Strom vom eigenen Dach stellt auch für Privatbetreiber eine lohnende Anlage dar – wenn kein Defekt dazwischenkommt.

Die meisten privaten Betreiber von Photovoltaikanlagen entscheiden sich für die Einspeisung ihres erzeugten Stroms in das allgemeine Stromnetz und profitieren dabei vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Mit dem EEG hat der Gesetzgeber die Netzbetreiber nämlich dazu verpflichtet, bedarfsunabhängig Strom aus erneuerbaren Energien zu einem festgesetzten Preis abzunehmen. Für private Betreiber von Photovoltaikanlagen kann es aber unter Umständen auch zu finanziellen Einbußen kommen, wenn die Stromproduktion ausfällt. Als Spezialist auf dem Gebiet der Elektronikversicherungen hat der Versicherer HDI-Gerling die wichtigsten Punkte zusammengestellt, auf die Betreiber bei ihrer Photovoltaikanlage achten sollten – um das Schadenrisiko zu minimieren und auch in unerwarteten Fällen auf der sicheren Seite zu sein.

Planung ist das halbe Leben

Fehlerhafte Ausführungen bei der Montage der Grundkonstruktion, wie falsch dimensionierte Stahlkonstruktionen, lose Verkabelungen, mangelnde Korrosionsbeständigkeit oder fehlerhafter Blitzschutz sind häufige Schadenursachen bei Photovoltaikanlagen. Dabei können diese und viele andere Schäden von vornherein vermieden werden, wenn man bei der Planung einen Experten hinzuzieht, der die baulichen Besonderheiten und Anforderungen an die Anlage berücksichtigt. Außerdem sollte auch die Montage nur durch einen zertifizierten Fachmann realisiert werden.

Häufige Schadenursache: Überspannung

Rund 14 Prozent aller Schadensfälle an Photovoltaikanlagen lassen sich auf Überspannungen zurückführen. Die Schäden können kostspielig werden, denn die komplexe Elektronik hinter den montierten Modulen bildet den teuersten Teil der Anlage und genau dieser Bereich ist im Fall einer Überspannung betroffen. Es empfiehlt sich daher, schon im Vorfeld in einen Überspannungsschutz zu investieren.

Gefahr Marderbiss

Marder haben es längst nicht mehr nur auf Autoverkabelungen abgesehen, sondern zerbeißen auch gerne unachtsam verlegte Kabel von Photovoltaikanlagen. Dabei entstehen schnell erhebliche Schäden – bis hin zum Kurzschluss. Die Reihe der Tipps zur Marderabwehr ist lang: Sie erstreckt sich von der Platzierung von Hundehaaren an den Kabeln bis hin zu Ultraschallgeräten. Die einzige Lösung, die wirklich Sicherheit verspricht, ist dabei ganz einfach: Schon im Vorfeld der Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage sollte an einen speziellen Marderschutz gedacht werden, der es unmöglich macht, überhaupt an die Kabel der Anlage zu gelangen.

Vorsicht vor Diebstahl

Mittlerweile werden auch Photovoltaikanlagen immer häufiger das Ziel von Dieben, die es auf die teuren Photovoltaikmodule abgesehen haben. Motiviert wird die nächtliche Demontage ganzer Anlagen vor allem durch die hohen Preise, die beim Weiterverkauf erzielt werden können. Aber auch das Diebstahlrisiko lässt sich mit einfachen Maßnahmen präventiv minimieren. Bewährt hat sich dabei beispielsweise die diebstahlsichere Verschraubung mit Inbus- oder Torxschrauben mit eingeschlagenen Stahlkugeln und Stahlstopfen, deren Köpfe sich bei der Befestigung abdrehen. Für größere Anlagen empfiehlt sich zudem die Installation von Überwachungseinrichtungen wie Einbruchmeldeanlagen mit Alarmaufschaltung inklusive Bewegungsmelder.

Spezielle Elektronikversicherung für den Fall der Fälle

Neben präventiven Baumaßnahmen ist ein optimaler Versicherungsschutz besonders wichtig. Umfassende Absicherung bietet hier allein die spezielle Elektronikversicherung für Photovoltaikanlagen. Diese haftet unter anderem für Beschädigungen und Zerstörungen durch Bedienfehler, Fahrlässigkeit, Konstruktions- oder Materialfehler. Für Privatbetreiber besteht zudem die Möglichkeit, Photovoltaikanlagen über die Allgefahrendeckung in die Wohngebäudeversicherung mit einzuschließen. Diese deckt vor allem Gefahren im Zusammenhang mit dem Betrieb von Photovoltaikanlagen ab.

Schutz vor Betriebsunterbrechung

Was aber, wenn die durch die Einspeisung fest eingeplante Vergütung aufgrund eines Schadens an der Anlage wegfällt? In einem solchen Fall sind Eigentümer vor den finanziellen Folgen nur geschützt, wenn sie in der Elektronikversicherung für ihre Photovoltaikanlage auch einen Schutz vor Betriebsunterbrechung eingeschlossen haben. Die Assekuranz bietet hier in der Regel eine Paketlösung an, die eine Elektronik- sowie eine Betriebsunterbrechungsversicherung beinhaltet.

Schutz vor Haftungsrisiken

Für Betreiber von Photovoltaikanlagen, ob privat oder gewerblich, besteht in der Regel eine gesetzliche Haftung. Aber auch dieses Risiko gilt es, richtig abzusichern. Das Haftungsrisiko auf dem selbst genutzten Eigenheim kann in der Regel über die Privat-Haftpflichtversicherung mit abgedeckt und häufig sogar beitragsfrei mitversichert werden.

Wurde die Photovoltaikanlage auf dem Dach eines eigenen Mehrfamilienhauses installiert, so besteht in der Regel Versicherungsschutz über eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Dies gilt es im Einzelfall zu prüfen und mit dem Versicherer zu besprechen.

Bei gewerblichen Photovoltaikanlagen sollte dieses Risiko über eine gesonderte Betreiber-Haftpflichtversicherung abgedeckt werden. Wird die Anlage nur als Nebentätigkeit – also nicht als Hauptzweck – genutzt, kann das Risiko sogar prämienfrei in der Betriebs-Haftpflichtversicherung mit eingeschlossen sein. Auch dies gilt es, immer individuell zu prüfen.

Fazit

Grundsätzlich lassen sich mit der richtigen Planung und dem fachgerechten Aufbau der Photovoltaikanlage viele Schäden von vornherein vermeiden. Hier setzen die Versicherer verstärkt darauf, dass bauliche Anforderungen und Installationen von zertifizierten Fachfirmen vollzogen werden. Doch auch die besten Schadenverhütungsmaßnahmen können Störungen nicht völlig ausschließen. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich auch gegen unvorhersehbare und unerwartete Ereignisse mit dem passenden Versicherungsschutz bestmöglich abzusichern.

Versicherungsnehmer sollten stets darauf achten, dass bestimmte Kostenpositionen wie beispielsweise Aufräumungs-, Dekontaminations- und Entsorgungskosten, Kosten für Erd-, Pflaster-, Maurer- und Stemmarbeiten, Gerüstgestellung oder Bergungsarbeiten abgedeckt sind. Auch die Mitversicherung einer Vorsorge aufgrund von Erweiterungen oder Austausch der Anlage ist sehr empfehlenswert und bereits in einigen Produkten enthalten.

Aus diesem Grund hat die HDI-Gerling Firmen und Privat Versicherung AG ein spezielles kombiniertes Photovoltaik-Versicherungsprodukt entwickelt, das ideal an die Bedürfnisse von Energieerzeugern angepasst ist. Dieses Produkt umfasst eine Sachversicherung sowie eine Betriebsunterbrechungsversicherung. Darüber hinaus ist der Einschluss einer Montageversicherung zusätzlich möglich. Je nachdem, wer die Gefahr für das Risiko während des Montagezeitraums trägt – Montageunternehmen oder Betreiber der Anlage – sollte an den Abschluss einer Montageversicherung denken, die für diesen Zeitraum nahezu lückenlosen Versicherungsschutz bietet.

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