IAQ-Studie: Mit Abschlägen in Rente

Arbeiten bis zum Rentenbeginn? Die Realität sieht anders aus. Immer mehr Erwerbstätige müssen deshalb mit finanziellen Einbußen bei ihrer Altersrente rechnen. Durch einen rechtzeitigen Einstieg in die private Altersversorgung lässt sich gegensteuern.

Lediglich jeder dritte Deutsche geht direkt aus einer stabilen Beschäftigung in Rente, nur jeder Zehnte arbeitet dabei bis 65. Das zeigen die Ergebnisse des Altersübergangs-Monitors des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Höhe der staatlichen Altersrente, die sich aus dem Verlauf der Erwerbstätigkeit ergibt.

Maximale Rentenabschläge von 18 Prozent

Laut Studie nahm etwa die Hälfte der Personen, die eine Altersrente direkt nach einer stabilen Beschäftigung bezieht, im Jahr 2007 Abschläge bei der Rente in Kauf. Noch weiter verbreitet sind derlei Abzüge bei Langzeitarbeitslosen: Drei Viertel gehen im Durchschnitt dreieinhalb Jahre früher in Rente, davon ein Drittel mit maximalen Abschlägen von 18 Prozent des Rentenanspruchs. "Die Wahlmöglichkeiten zum flexiblen Rentenbeginn werden gerade von Personen genutzt, die ihrer prekären Arbeitsmarktposition am Ende des Erwerbslebens entfliehen und dafür auch dauerhafte Einbußen in der Rente hinnehmen", sagt Martin Brussig, Arbeitsmarktforscher beim IAQ.

Ausgleich durch private Altersvorsorge

Die finanziellen Auswirkungen sind erheblich: Während die monatliche Rente beim direkten Wechsel aus stabiler Beschäftigung im Durchschnitt 1.029 Euro beträgt, sinkt sie nach Übergangsarbeitslosigkeit auf nur noch knapp 800 Euro. Neurentnern nach Langzeitarbeitslosigkeit werden im Schnitt 726 Euro pro Monat ausgezahlt. Ganz gleich, mit welcher Motivation der Eintritt in den Ruhestand beschleunigt wird, untermauern die Ergebnisse die Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge. Denn nur auf diesem Weg lassen sich die teils erheblichen finanziellen Einbußen im Rentenalter ausgleichen.

nach oben drucken