Anforderungen durch EBPG: Hersteller müssen Ökodesign beachten

Seit März vergangenen Jahres ist das Energiebetriebene-Produkte-Gesetz (EBPG) in Kraft. Für Hersteller von energiebetriebenen Produkten ergibt sich hieraus Handlungsbedarf. Denn Behörden können Rückrufe anordnen, wenn gegen die Anforderungen einer umweltgerechten Produktgestaltung verstoßen wird.

Ende vergangenen Jahres beschloss die Europäische Union das "Aus" der klassischen Glühlampe: Zum ersten September diesen Jahres soll die 100 Watt-Glühlampe vom Markt genommen werden. Im Jahresabstand folgen dann die 75- und 60-Watt-Glühlampe, sodass bis 2012 schließlich keine dieser herkömmlichen Leuchtmittel mehr erhältlich sein werden. Die Hersteller sind also gefordert, ihre künftigen Modelle diesen Entwicklungen anzupassen. Versäumen sie dies, könnte ein Rückruf der Marktaufsichtsbehörde ins Haus stehen, weil gegen die Anforderungen an eine umweltgerechte Produktgestaltung (Öko-Design) verstoßen wurde.

Ökologie + Ökonomie = Ökodesign

Diese europäische "Ökodesign"-Richtlinie 2005/32/EG setzt der deutsche Gesetzgeber mit dem EBPG (Gesetz über die umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte) in nationales Recht um. Erfasst werden alle Produkte, denen fossiler Treibstoff oder erneuerbare Energien zugeführt werden müssen, damit sie sachgerecht funktionieren. Ausgenommen bleiben grundsätzlich Produkte für Verkehrsmittel.

Im EBPG gilt die Formel: Ökologie + Ökonomie = Ökodesign. So definiert § 2 Abs. 12 EBPG: "Umweltgerechte Gestaltung (Ökodesign) ist die Berücksichtigung von Umwelterfordernissen bei der Produktgestaltung mit dem Ziel, die Umweltverträglichkeit des Produkts während seines gesamten Lebenszyklus zu verbessern". Die Bundesregierung betrachtet das Gesetz als "Baustein für Klimaschutz und ressourceneffizientes Wirtschaften". Im Vordergrund steht dabei, dass

1. der Materialaufwand vermindert,
2. die Belastung mit Schadstoffen reduziert sowie
3. ein Beitrag zur Sicherheit der Energieversorgung geleistet werden.

Viele Produktgruppen auf dem Prüfstand

Wichtig: Die Glühlampen sind nur ein aktuelles Beispiel aus der Elektrobranche für das Festsetzen solcher konkreten Mindestanforderungen. Das Ziel: Hersteller sollen dazu gebracht werden, ihre Produkte umweltgerechter zu gestalten. Hierzu steht eine Vielzahl weiterer ganz unterschiedlicher Produktgruppen auf dem Prüfstand. Angefangen bei PCs über Wäschetrockner bis hin zu Staubsaugern, um nur einige zu nennen. Betroffen ist der gewerbliche als auch der private Anwendungsbereich. Vergleichbare Vorschriften gelten bereits für z. B. Vorschaltgeräte für Leuchtstofflampen, Warmwasserheizkessel sowie für Kühl- und Gefriergeräte.

"Als traditionsreicher Industrieversicherer unterstützen wir unsere Versicherungsnehmer auch bei veränderten rechtlichen Anforderungen zur gelebten Energieeffizienz", sagt Marco Visser, Haftpflicht-Experte bei HDI-Gerling Industrie und verweist auf das hauseigene Risk Management. Ergänzend fügt der Experte hinzu: "Hier ergänzen sich die Erfahrungen des Underwritings und der technischen Bereiche zu einem transparenten Risikobild, das unterstützt durch unsere Analysesysteme die Grundlage einer praxisgerechten Versicherungslösung bietet." Dies gilt ebenso für den Haftpflicht-Versicherungsschutz, da die neue Gesetzeslage auch in diesem Bereich zusätzliche Anpassungen erfordern könnte.


Weitere Informationen zum EBPG und zu den Produktgruppen erhalten Sie hier ...

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