Juni 2009 | Familienkonflikte - Wenn schon streiten, dann richtig

Familienkonflikte außergerichtlich lösen

Auseinandersetzungen, die bei Eheleuten zwangsläufig im Rahmen der Trennung entstehen, können mithilfe eines neutralen Mediators einvernehmlich gelöst werden.

Teure und langwierige Gerichtsverfahren können so verhindert werden. Ein weiterer Vorteil der Mediation ist, dass die sich trennenden Eheleute weiterhin ihre Angelegenheiten selbst bestimmen und gemeinsam eine Lösung suchen. Es können individuelle Regelungen erarbeitet werden, die den Verhältnissen der Eheleute angepasst sind.

Viel Konfliktpotenzial

Wenn eine Trennung bevorsteht, sind Streitigkeiten um Sorgerecht und Unterhaltszahlungen meistens nicht fern. Eine sachliche Auseinandersetzung scheitert oft an der emotionalen Spannung und an einem Mangel an Verständnis für die Forderungen des Partners. Ein Ende der Konflikte soll schließlich das Urteil des Scheidungsrichters bringen. Das Resultat ist jedoch häufig, dass sich eine Partei als Verlierer fühlt. Weitere Konflikte scheinen vorprogrammiert.

Konfliktlösungen selbst erarbeiten

Um dies zu vermeiden, wählen immer mehr Scheidungspaare den Weg zum Mediator. Anders als vor Gericht bestimmen sie den Ausgang der Verhandlungen selbst. In der Mediation geht es darum, einvernehmliche Konfliktlösungen zu erzielen. Alle Beteiligten sollen sich im Ergebnis als Gewinner fühlen. Dies setzt voraus, dass die Konfliktparteien sich bereit erklären, konstruktiv zur Problemlösung beizutragen. Der Mediator nimmt einen neutralen Standpunkt ein und vertritt bei dieser freiwilligen außergerichtlichen Art der Schlichtung die Interessen beider Personen. Er unterstützt den Prozess der Lösungsfindung, indem er dem Trennungspaar dabei hilft, seine jeweiligen Ziele und Wünsche in den wichtigsten Punkten, wie der Aufteilung des Besitzes sowie dem Sorge- und Besuchsrecht, zu definieren. Dabei sollte jeder die Bedürfnisse des anderen respektieren und die Interessen der Kinder in den Mittelpunkt stellen.

Im nächsten Schritt, der vom Mediator moderiert wird, erarbeiten die Konfliktparteien Kompromisslösungen. Diese werden in einer Abschlusserklärung schriftlich fixiert. Weitere juristische Schritte, die daraus folgen, können nun zügiger und kostengünstiger vollzogen werden, langwierige und teuere Gerichtsverhandlungen werden so vermieden.

Versicherungsschutz prüfen

Obgleich die Kosten von Mediationsverfahren in Familienangelegenheiten meistens deutlich günstiger sind als die Urteilsfindung über Gerichtsverfahren, übernehmen bislang nicht alle Rechtsschutzversicherungen Mediationskosten. Um sicher zu gehen, empfiehlt sich ein Blick in die Vertragsunterlagen. Da die Qualifikation von Mediatoren sehr unterschiedlich ist, verlangen manche Versicherer ein bestimmtes Ausbildungsprofil.

So leistet die HDI-Gerling Rechtsschutz Versicherung AG beispielsweise in familien-, lebenspartnerschafts- und erbrechtlichen Angelegenheiten die Kosten eines Mediators, wenn dieser das zweite juristische Staatsexamen abgelegt hat.

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